Die Folkmusik-Homepage von Klaus Schaefer  
 




Nordic Folk Weekend Darmstadt 96

1. Nov. bis 3. Nov. 1996


Freitag 1. November

halbNeun-Theater Abendvorstellung:
The McCalmans - Schottlands Vokalgruppe Nr. 1
Jim Mageean - Saufballaden und Arbeitslieder
Extra Drai - Drehleier und Dudelsack



Samstag 2. November

halbNeun-Theater Kinderprogramm:
Kunterbunt aus Grasberg - Folk für Kids ab 5 um Drei
Theater-Foyer: Nachmittags-Konzert um halbVier:
Artisan a cappella aus Yorkshire

halbNeun-Theater: Teatime Konzert um halbFünf:
James Malcolm und seine Open Stage

Abendvorstellung:
The McCalmans
James Malcolm - Folk-Jazz-Blues aus Edinburgh
Artisan - a cappella aus Yorkshire



Sonntag 3. November

Schlößchen im Prinz-Emil-Garten: Matinee
Artisan


Festival-Informationen: Klaus Schäfer Tel.: +49 228 66 77 44

 

Die Musiker des Festivals:

Jim Mageean

Jim wuchs in Northumbria auf, wo sein Vater Bergmann war. Er wurde nach seinem Großvater benannt, einem Straßensänger, der bei einem Grubenunglück ums Leben gekommen war. Seine Eltern und Großeltern sangen alle, von ihnen lernte er einige seiner frühen Lieder. Seine ersten öffentlichen Auftritte hatte er im Alter von 2 Jahren an der Theke des örtlichen Kaufladens, wo er jede Woche Lieder zum besten gab.

Im Alter von 15 Jahren, im Jahr 1963, begann Jim regelmäßig den "Folk Song & Ballad Club" in Newcastle zu besuchen, wo ihn Rae Fisher, Johnny Handle & Lou Killen beeinflußten. Zwei Jahre später nahm er in Scarborough zum ersten Mal an einem Folkfestival teil. Dort traf er auch Stan Hugill, der zu seinem Mentor wurde.

Jim gründete zwei erfolgreiche Folk-Clubs im Nordosten Englands, den "Gosforth Traditional Music Club" und "The Baltic Tavern Shanty Club". Im Jahr 1975 zog er nach London. Im gleichen Jahr gründete er mit Johnny Collins ein erfolgreiches Duo, das in vielen britischen Clubs und bei zahlreichen Festivals auftrat. Mit Johnny absolvierte Jim vier Tourneen in den USA. Beide tourten auch häufig in Europa. Jim und Johnny haben gemeinsam 3 Alben herausgebracht, in diesem Jahr soll eine CD folgen.

Mitte der achtziger Jahre kehrte Jim in den Nordosten Englands zurück, wo er 1986 anläßlich einer Windjammerparade die Shanty-Gruppe "The Keelers" gründete. Das erste Album der Gruppe mit dem Titel "Keelhaulin" wurde 1991 für eine Polen-Tournee im Jahr 1991 produziert. Das zweite Album, "Farewell to the Master" war Stan Hugill gewidmet, der im Alter von 85 gestorben war. "Songs of the Sea ist ein Kinderalbum, das im Rahmen eines Shanty-Lieder-Projektes in 50 Schulen entstand. "The Whale" beruht auf Herman Melvilles klassischem Roman "Moby Dick". Die Gruppe produziert zur Zeit ein neues Album, das 1996 zur Feier des 10-jährigen Bestehens herauskommen soll.

Am liebsten singt Jim Lieder aus der Karibik, die eine ganz interessante Geschichte haben: Ursprünglich, im 19. Jahrhundert, wurden sie von europäischen Seeleuten dort beim Landgang hinterlassen. Die Einheimischen, Nachfahren von Sklaven, haben sie verstümmelt, umgedichtet, mit eigenen Inhalten versehen. Und sie zur Landarbeit gesungen - bis heute. In den sechziger Jahren wurden die Stücke von Forschern für Europa wiederentdeckt. Der Kreislauf schloß sich.

Viele Songs erinnern daher stark an Gospelmusik.

Hauptberuflich ist Jim Hoschschuldozent für Maschinenbau.

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James Malcolm

James Malcolm gehört zu einem neuen Typus schottischer Sänger und Liedermacher. Es gibt Leute, die ihn schon als Dick Gaughan der Neunziger bezeichnen. In seinen Songs thematisiert er die Probleme der neunziger Jahre - er spricht ökologische Fragen an und sieht die schottische Geschichte nicht mehr ganz so holzschnittartig wie einige seiner Liedermacher-Kollegen, denen es in ihren Stücken oft nur um das vordergründige Schlachtgetümmel geht. James hat Geschichte studiert, und das spiegelt sich in den eher kritischen Texten seiner Lieder wider. James Malcolm ist nie alleine auf der Bühne - er hat immer seine Gitarre und seine Mundharmonika dabei. Und die spielt er oft in einem geradezu zirzensischen Akt gleichzeitig.

Der Mann aus Edinburgh erwarb sich in den vergangenen drei Jahren viele Lorbeeren als Moderator der Open Stage beim Folk Festival in Edinburgh, einem Sprungbrett für neue Talente. In dieser Funktion wird er auch beim zweiten Nordic Folk Weekend in Darmstadt zu hören und zu sehen sein.

Sein Debut-Album "Sconeward" wurde von den Kritikern im In- und Ausland sehr gelobt. Der Folk-Michel schrieb: "James Malcolm präsentiert sich auf seinem Erstling als urschottischer Singer/Songwriter mit Biß und Witz. Musikalisch pendelt der Herr mit Gitarre und Gesang zwischen Folk und Swing: Thematisch tief in Schottland verwurzelt und dennoch mit einer kritischen Distanz, die den meisten Lokalpatrioten abgeht. Das sind wegen Idee und sprachlicher Umsetzung kleine Meisterwerke." Und die Zeitung "The Scotsman" schrieb: "Not simply good, it's brilliant!"

Die Radio Station Heartland FM übernahm eines seiner Lieder, "Lochs of the Tay", als Kennungsmelodie. Ein weiteres Lied, "Neptune", wurde im Rahmen einer preisgekrönten Fernsehdokumentation über Umweltfragen gespielt. Inzwischen hat die bekannte Frauenfolkgruppe "Poozies" das Stück über die Verschmutzung der Weltmeere im Repertoire.

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The McCalmans

Die Gruppe wurde 1964 von Ian, Derek und Hamish Bayne gegründet, die damals alle am Edinburgh College of Art Architektur studierten. Seitdem änderte sich die Besetzung nur ein einziges Mal, als Nick Keir Hamish Bayne ersetzte. Dieser lebt heute in England und baut Concertinas.

The McCalmans singen hauptsächlich traditionelle schottische Lieder, verwenden aber immer mehr auch zeitgenössische Texte - einige von ihnen selbst geschrieben, andere von den besten englischsprachigen Liedermachern wie z.B. Andy M. Stewart, Judy Small, Stan Rogers oder Ian Walker. In ihrem Repertoire finden sich neben kernigen Saufballaden und Shanties zarte Liebeslieder ebenso wie sozialkritische oder Anti-Kriegslieder. Sie besingen die Schönheiten Schottlands, erzählen viel von seiner Geschichte, und sie verschließen ihre Augen nicht vor den politischen, wirtschaftlichen und sozialen Realitäten ihres Heimatlandes.

Das Markenzeichen der Drei ist ihr präziser dreistimmiger Gesang. Was sie darüber hinaus von vielen anderen Folkgruppen unterscheidet, ist ihre Spontaneität, ihr trockener Humor, ihr treffender, manchmal bissiger Witz und vor allen Dingen ihre ausgeprägte Selbstironie, mit der sie sich auf die Schippe nehmen. Nichts wirkt einstudiert, alle Kommentare ergeben sich aus der momentanen Situation, und das Publikum wird ständig mit einbezogen. Auch nach 25 Jahren sind sie auf der Bühne immer noch so unverbraucht wie am ersten Tag.

Langeweile kommt bei ihren Konzerten nie auf, bei ihnen ist Folk keine todernste Angelegenheit - es darf und soll gelacht werden, auch lauthals! Sie machen Musik zum Zuhören, zum Mitmachen und Anfassen. Die Sympathie zwischen den drei Musikern und ihrem Publikum ist beidseitig, sofort präsent und am Applaus ablesbar. Ein Abend mit den "Mäx" ist immer ein mitreißendes Erlebnis, und hinterher stellt man ganz überrascht fest, daß man sowohl auf einem Folk-Konzert als auch auf einem Kabarett-Abend war.

Die McCalmans - das sind:
Derek Moffat: Gesang, Gitarre, Mandoline, Bodhran
Ian McCalman: Gesang, Gitarre, Bodhran
Nick Keir: Gesang, Gitarre, Mandoline, Tenor Banjo, Whistles

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Kunterbunt aus Grasberg

Jede Menge Klänge. Neue Lieder und Tänze für Menschen ab 5

Mit ihren Liedern "Drei Schweine saßen an der Leine" und "LeLoLei" haben Ulrike Weiß und Jens-Peter Müller erste Hits gelandet. Seit 1986 treten sie als "Kunterbunt aus Grasberg" in Schulen, Kindergärten, bei Folkfestivals und anderen Festen, in Kirchen und Krankenhäusern auf. Sie wirkten in Kindersendungen des SDR des WDR, im Saarländischen Rundfunk, beim Südwestfunk und bei Radio Bremen mit. Die mittlerweile dritte CD zu ihrem aktuellen Programm Schatzsuche wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik 3/92 ausgezeichnet.

Kunterbunt aus Grasberg macht nicht nur einfach Musik, sondern animiert zum Mitmusizieren und Mittanzen. Dabei stehen neben Geige und Gitarre viele ungewöhnliche lnstrumente zur Verfügung wie Löffel, Ukulele, Concertina, Streichpsalter, Brummtopf, Kalimba und Wasserflöte. Kunterbunt will Menschen ab 5 neue und alte Klangerlebnisse vermitteln und kommt dabei ohne jede Elektronik aus.

Kunterbunt aus Grasber als Trio oder Quartett : Mit dem Harfenisten und Gitarristen Michael Schumann und oder dem Kontrabassisten Reinhard "Hardy" Röhrs.

Dauer des Programms 50 - 60 Minuten

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Extra Drai

Den Folkbazillus haben sich die Vier von Extra Drai in Frankreich bei Festivals eingefangen. Ihre Musik ist eine wilde Mischung aus Eigenkompositionen und traditioneller, in erster Linie französischer Folkmusik. Vor allem Spaß soll sie machen, die Musik aus dem Okzident. Auf die Reinheit der Stile wird daher bewußt verzichtet. Wer vor dem Auftritt der Frankfurter Formation zur Bühne blickt, glaubt in einem Musikladen zu stehen: Mehr als ein Dutzend Instrumente, darunter zwei Drehleiern, warten auf ihre Besitzer. Und so werden denn Sound und Stil der Gruppe nicht zuletzt durch Instrumentierung, aber auch durch den musikalischen Werdegang der vier Folkies bestimmt:

Ute Überreiter war einige Jahre Mitglied in einem Blockflöten- und Krummhorn-Ensemble, bevor sie zur Folkmusik kam. In der Gruppe spielt sie Drehleier und Geige. Wolfgang Überreiter hat sich die ersten musikalischen Sporen als E-Gitarrist in einer Rock-, später Reggaeband erworben. Bei Extra Drai greift er auch zur Bouzouki und Saxophon.Orah Zülch spielt ebenfalls die Drehleier. Den treibenden Rhythmus steuert sie auf der Djembe, der afrikanischen Trommel, und anderer Perkussion bei. Andreas Neumann ist für die Kompositionen zuständig. Er spielt darüber hinaus diatonisches Akkordeon sowie Dudelsäcke aus Frankreich und Schweden.

Extra Drai - das sind:
Wolfgang Überreiter: Gitarre, Bouzouki, Saxophon, Gesang
Ute Überreiter: Drehleier, Geige, Flöte, Gesang
Orah Zülch: Drehleier, Diatonisches Akkordeon, Perkussion, Gesang
Andreas Neumann: Diatonisches Akkordeon, Dudelsack, Mandoline, Gesang.

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Artisan

Die 1986 in Yorkshire in England gegründete Gruppe besteht aus Hilary Spencer, Brian Bedford und Jacey Bedford. Die drei singen unbegleitete Lieder in einem Stil, der in England "harmony singing" genannt wird.

Um Hilary Spencers starke, klare Stimme herum weben Brian und Jacey ein harmonisches Geflecht einmaliger Dichte. Auch wer es zunächst nicht glauben mag, daß unbegleiteter Gesang fesseln kann, wird sich von den Dreien schließlich überzeugen lassen.

Brian vertonte die Gedichte der Yorkshire-Dichterin Una Ratcliffe, und das Trio brachte sie auf dem Album "Searching For Yorladale" heraus. Seitdem schreibt Brian mehr und mehr Lieder selbst. Fast alle Lieder auf der letzten Platte "Breathing Space" stammen aus seiner Feder.

Seit 1986 sind die Drei von Artisan in Großbritannien zunächst als Amateure aufgetreten, dann als Vollzeitmusiker in Gemeindesälen, Pubs, Theatern und auf Festivals. Auch im Fernsehen und verschiedenen Radiosendern, wie DeutschlandRadio und WDR, waren sie zu sehen und zu hören.

Artisan - das sind:
Hilary Spencer,
Jacey Bedford,
Brian Bedford

Danny Kyle
Marienthal
Gaestebuch
Livecam
Shanty
Nordic
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Nordic Folk Weekend 2001 | Nordic Folk Weekend 1998