Nordic Folk Weekend 2003
im Labsaal, Alt-Lübars
24./25.10.2003
20 Uhr
Eintritt: 12 €
Kartenreservierung: 030 41 10 75 75

 

Freitag, 20 Uhr

Wendy Stewart

Wendy Stewart hat schon im zarten Alter von 12 Jahren begonnen, die schottische Harfe zu spielen. Unterrichtet wurde sie von der bekannten schottischen Harfenistin Jean Campbell. Im Rahmen des Harfen-Revivals in den 70er Jahren nahm Wendy an vielen Wettbewerben auf Festivals teil. Im Jahr 1990 stieg Wendy bei der schottischen Mega-Band "Ceolbeg" ein. Die Band veröffentlichte mit Wendy 4 CDs, bevor sie sich unlängst auflöste. Heute konzentriert sich Wendy auf Solo-Projekte, sie hat inzwischen zwei Solo-CDs mit dem Titel "About Time" und "About Time 2" veröffentlicht.

 

 

Wendy hat ihr Wissen immer an andere weitergegeben, sie ist heute ein gefragte Lehrerin bei Harfenkursen in Deutschland, Frankreich, Spanien, der Schweiz und Nordamerika. Sie komponiert und arrangiert traditionelles und eigenes Material. Wendy Stewart hat der Harfe in Schottland zu ganz neuen Perspektiven verholfen. Lange Zeit war das Instrument im gälischen Kulturkreis nur das Begleitinstrument keltischer Barden. Dank Wendy ist die schottische Harfe jetzt ein vollwertiges Soloinstrument. Weil es dafür jedoch nur ganz wenige eigene Stücke gibt, hat sie Dudelsack- und Fiedelstücke für die Clarsach, wie die schottische Harfe auch heißt, umgeschrieben. Einige ihrer Titel klingen ein wenig wie indische Ragas, nicht wie Jigs oder Reels, also irische oder schottische Tanzstücke. Die Ursprünge dafür finden sich in einem alten walisischen Manuskript aus dem 17. Jahrhundert. Die Melodien sind ziemlich einfach, doch die Ornamentierung der Melodien ist sehr vielschichtig. Das war damals der Standard für gälische Harfen- und Dudelsackmusik.

 

 

 Artisan

"Ich würde meine Seele an den Teufel verkaufen" für Hilary Spencer's Stimme, hat einmal ein Kritiker den Dreien von Artisan ins Stammbuch geschrieben. Und in der Tat: Um Hilarys ausdrucksvolle, klare Stimme herum weben Brian und Jacey ein harmonisches Geflecht von einmaliger Dichte. Auch wer es zunächst nicht glauben mag, dass unbegleiteter Gesang fesseln kann, wird sich von den Dreien schließlich überzeugen lassen.

 

 

Doch was wäre Artisan ohne die Texte von Brian Bedford. Witzig und pointiert nimmt er Alltagssituationen unter die Lupe. In seinem Stück "Not In My Backyard", kurz und prägnant: NIMBY, nimmt er den grünen Zeitgeist vieler seiner Mitbürger auf die Schippe: Windmühlen sind toll, Isotope auch, aber nicht hinter meinem Haus! Sein größter Hit ist jedoch zweifelsohne "What's The Use Of Wings", der inzwischen im Repertoire vieler Folkgrößen zu finden ist. Darin heißt es:

Warum sperren Menschen Dinge, die sie am meisten lieben, in einen Käfig
Liegt das daran, dass sie Angst vor dem Alleinsein haben
Wenn Du der Liebsten die Freiheit lässt, bleibt sie vielleicht eine Weile
Wenn Sie sich dich verlässt, dann weil sie nie Dein Eigentum sein wollte.

 

 

 

Samstag, 20 Uhr

Jochen Vogel

Jochen Vogel ist ein Pionier auf der irischen Metallsaitenharfe Clairseach. Seit 200 Jahren ausgestorben, erlebt dieses Instrument in den letzten 30 Jahren eine erstaunliche Renaissance. Im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen, die sich der historischen Spielpraxis widmen, legt Vogel großen Wert darauf, die Clairseach in moderne Zusammenhänge zu setzen. So finden sich auf seiner aktuellen CD Celtic Air sowohl keltisch inspirierte Klänge als auch Ausflüge in jazzige oder poppige Gefilde.

Seine expressive Spielweise, die neben dem Vibrato auch andere klangliche Überraschungen nutzt, hat Jochen Vogel im Laufe der Jahre zu einer klaren persönlichen musikalischen Sprache verfeinert. Namhafte Kollegen, wie Tato Gomez, Charlie Mariano oder gar die Rockband Fischer-Z haben sich ihrer bereits bedient.In seinem neuen Solo-Programm spielt Jochen Vogel die Verbeugungen vor der keltischen Tradition von Celtic Air ebenso wie jazzig oder orientalisch gefärbte Improvisationen und Lieder im Stile seiner vorletzten CD Wege.

 

 

Peter Kerlin und Jens Kommnick

Peter Kerlin ist "Berufsire". Seit mehr als 20 Jahren verzaubert er seine Zuhörer mit irischen Balladen und Tanzliedern. Dabei stützt er sich nicht nur auf überliefertes Material. Vielmehr schreibt er selbst Lieder und Instrumentalstücke, wobei die irischen "Roots" aber immer präsent sind. Die nordirische Folkikone Colum Sands hat Peter Kerlin unlängst bescheinigt, dass seine Lieder absolut authentisch sind – für einen Deutschen ein tolles Kompliment. Sein Stil ist außerordentlich lyrisch und melodisch, filigran, z.T. virtuos, aber durchweg relaxt. Gefühlvolle Balladen wechseln mit schnellen Instrumentalstücken.

Wer Peter Kerlins warme Stimme zum ersten Mal hört, denkt unwillkürlich an einen Andy Irvine oder Bob Fox. Und Peter ist auf nahezu allen Saiteninstrumenten zu Hause, angefangen von der Gitarre über die Mandola und die Bouzouki bis hin zur Mandoline. In seinen Songs betreibt er nicht nur akustische Landschaftsmalerei. Auch die Geschichte der grünen Insel mit ihren vielen Auswanderern spielt in den Songs von Peter eine wichtige Rolle. Unterstützt wird Peter Kerlin bei seinem Konzert von Jens Kommnick auf der akustischen Gitarre. Seinen Stil könnte man wohl am ehesten als "Celtic Fingerstyle Guitar" bezeichnen, wobei auch Elemente anderer Richtungen (Klassik oder Jazz) einfließen.